Back to the old fly fishing rods

Ein Juniwochenende in diesem Jahr verbrachten wir in Yvonnes Heimat, der Altmark. Wir freuten uns auf Erholung, Familie und Zeit zum Lesen diverser Fliegenfischerliteratur. Bei traumhaftem Wetter machten wir Ausflüge in die Natur und genossen die Abgeschiedenheit und Schönheit der Elbauen und des altmärkischen Landes.

Yvonne holte sich bei ihrem Vati wieder etliche Bindetipps und es wurden die neusten Käferkreationen bewundert. Das angenehme an diesem kleinen Dickmopskäfer ist seine einfache Bindeweise, doch über sein Schwimmverhalten konnten wir noch nicht urteilen. Das herauszufinden war wohl die einfachste Aufgabe, denn dazu brauchten wir ja nur an den nahe gelegenen Fluss, die Biese zu fahren und den Käfer schwimmen lassen – so war der Plan. Auf dieses Unternehmen waren wir nicht vorbereitet und hatten demzufolge keine Fliegenfischerausrüstung dabei. Aber Klaus ist zum Glück im Besitz einer Sammlung schöner Fliegenruten, die Dominik ohnehin einmal exemplarisch werfen wollte. Also wurde eine Rute ausgesucht und Dominiks Wahl fiel auf das älteste Modell aus dem Jahr 74, eine Glasfaserrute made in GDR  (ein herrlicher Wummi, das ganze Gegenteil der heutigen Ruten). Diese Rute sollte an der Biese werferisch getestet werden. Yvonne entschied sich dafür die Männer zu begleiten und das Ergebnis fotografisch zu dokumentieren. Die Biese ist ein wunderschöner Fluss, war frisch entkrautet und ist eher ein Cyprinidengewässer. Am Fluss angekommen, beäugten uns die heimischen Angler leicht verwundert, ist doch der Fliegenfischer hier noch eine Seltenheit. Unser Anliegen war die Durchführung diverser Tests, also den Käfer auf Schwimmfähigkeit testen und die Nostalgierute auszuprobieren. Aber nicht jeder Plan muss nur erfüllt werden, er kann auch übererfüllt werden. Der Käfer schwamm ausgesprochen natürlich und die Fische hielten sich nicht daran, dass hier nur ein Test lief. Die von Klaus gelandete Plötze, war völlig irritiert, dass so ein kleiner schwarzer Krabbelkäfer sie ans Ufer zu ziehen vermochte. Ganz ungewollt war aus dem Plan einige Versuche durchzuführen, schlagartig die Übererfüllung des Plans geworden – der Käfer schwimmt hervorragend und Plötzen fressen schwarze Krabbelkäfer. Dominik war angenehm überrascht von den Wurfeigenschaften seiner Rute und mit dem Beißergebnis beim Käfertest war letztlich auch bei ihm der Ehrgeiz entfacht.

Die beiden Fliegenfischer rüsteten ihre Fliegenruten auf und so gingen Nymphen, wie Red Tag und Prince an den Start. Im klaren Wasser der Biese waren etliche stattliche Döbel zu beobachten, wie sie ihre Bahnen durch das Wasser zogen und selbst ein Hecht räuberte im krautigen Uferbereich. Die Döbel haben, wie die Salmoniden auch, ihre Fresszeiten und als erster bekam das Klaus zu spüren. Mit einem Mal ging alles ganz schnell, ein Ruck in der Rute, ein heftiges Platschen und ein Döbel hatte sich in das trügerische Insekt verbissen. Der Drill war für uns Salmonidenangler eher unspektakulär, doch der Fisch ein Augenweide. Yvonne half ihrem Vati den 48er Döbel in den Kescher zu holen und war gleichfalls fasziniert von der Schönheit des Fisches. Aus einem ungeplanten Test, wurde eine Planüberfüllung, mit zertifiziertem Plötzekrabbelkäfer, zwei Döbeln und einer durchaus konkurrenzfähigen Glasfaserrute aus dem Hause GERMINA „VEB Sächsische Glasfaser Industrie Sebnitz“. Wir Drei zogen glückselig, mit leichtem Sonnenbrand an den sprachlosen Anglern vorbei, die noch immer nicht fassen konnten, was sie gerade erlebt hatten. Eines ist uns klar geworden, wir werden der Biese bestimmt noch häufiger einen Besuch abstatten und dann nicht wie die Friseure anreisen.

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Tja ,was soll man sagen. Es war doch nicht alles schlecht, wer weiß was in Sebnitz noch für Fliegenruten entwickelt worden wären. Und dann noch ein paar „Fliegen von Müller“ Bewahren wir uns ein bisschen anglerische Nostalgie. Und der Döbel als Hilfssalmonide ist auch nicht schlecht. Was will man mehr.
VIELE Grüße von Silke&Ralf aus Wutha/Hörseltal.e.V

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abendsprung
28. Juni 2016 20:05

Da habt Ihr wohl Recht, es ist wie mit Vielem, wir sollten uns stets an die Anfänge erinnern und diese in Ehren halten.
Euch noch eine schöne Saison!
Beste Grüße von Yvonne & Dominik

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Wieder ein sehr schöner Bericht von euch! Beim lesen kam mir der Gedanke, so eine Glasrute fehlt noch in meiner kleinen Sammlung.
Auch wenn so Mancher den Döbel nicht mag, ich finde ihn super. Zumal er sich nicht immer so leicht fangen lässt. Vielleicht klappt es ja mal mit einer gemeinsamen Pirsch.

Viele Grüße aus Sachsen und dickes Petri!
Danny

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abendsprung
1. Juli 2016 14:46

Hallo Danny,
danke für Dein Lob!
Einer gemeinsamen Pirsch steht nichts im Wege, wir melden uns Mitte August bei Dir
und dann können wir etwas verabreden!
Bis dahin eine schöne Saison und beste Grüße
von Yvonne & Dominik!

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